top of page

Wenn Gefühle schneller sind als der Kopf



Kennst du das?

Jemand sagt nur einen Satz – und zack, dein Bauch zieht sich zusammen, der Hals wird eng, du bist verletzt oder wütend, bevor du überhaupt weißt, was passiert ist.

Genau das sind diese „unbewussten“ Emotionen. Unser System reagiert schneller, als unser Verstand denken kann. Das ist nicht falsch und nicht kaputt – das ist Biologie. Unser Nervensystem will uns schützen.Die spannende Frage ist: Was machen wir danach damit?

Die kleine Lücke zwischen Reiz und ReaktionEmotionale Intelligenz bedeutet nicht, dass wir alles im Griff haben und immer gut gelaunt sind.

Es bedeutet eher:

• Ich merke, was in mir passiert.

• Ich gebe mir einen Moment Zeit, bevor ich handle.

• Ich wähle bewusst, wie ich antworten möchte.

Zwischen „Da passiert etwas“ und „Ich reagiere“ gibt es eine kleine Lücke.

Yoga, Atmung und Achtsamkeit helfen uns, genau diese Lücke ein bisschen größer werden zu lassen. In dieser Lücke entsteht Freiheit.Stimmung statt Dauer-Drama

Unsere Laune ist wie ein Grundton im Hintergrund. Wenn dieser Grundton eher angespannt, müde oder frustriert ist, reagieren wir viel schneller über. Wenn der Grundton ruhiger, genährter und klarer ist, können wir auch mit schwierigen Situationen anders umgehen.

Wir können nicht jeden Trigger im Außen kontrollieren. Aber wir können täglich ein kleines bisschen an diesem Grundton arbeiten:

• durch bewusste Atmung,

• durch Bewegung, die uns wirklich gut tut,

• durch ehrliche Pausen,

• durch freundlichere innere Selbstgespräche.

Das ist keine magische „Gute-Laune“-Taste, sondern wie tägliche Zahnpflege – nur eben für das Nervensystem.Wie Yoga uns dabei unterstütztYoga ist ein wunderbares Labor für emotionale Intelligenz:

• Eine Haltung wird anstrengend: Beobachte, was dein Kopf daraus macht („Ich kann das nicht“, „Ich bin schlecht“, „Ich muss durchhalten“).

• Du kommst aus der Balance: Merke, wie schnell Ärger oder Scham auftauchen können.

• Du liegst ruhig auf dem Boden: Spüre, wie der Körper langsam vom „Kampf/Flucht-Modus“ in einen Zustand von mehr Sicherheit wechseln kann.

Mit jeder Praxis übst du:

• wahrnehmen, ohne sofort zu urteilen,

• atmen, statt zu explodieren oder zu implodieren,

• sanfter mit dir selbst zu sprechen.

Das sind die gleichen Fähigkeiten, die du im Alltag brauchst, wenn jemand eine Grenze überschreitet, wenn eine Nachricht triggert, oder wenn du mit dir selbst unzufrieden bist.

Eine kleine Perspektiv-Übung für deinen Alltag

Du kannst es heute noch ausprobieren:

1. Nimm eine Situation, die dich oft triggert (z.B. ein bestimmter Kommentar, ein Blick, eine Nachricht).

2. ⁠Wenn sie wieder passiert, mach nur drei Dinge:

• Atme dreimal bewusst ein und aus.

• Spüre kurz deine Füße am Boden oder dein Gesäß auf dem Stuhl.

• Frage dich: „Was fühle ich gerade wirklich? Und wie möchte ich jetzt bewusst antworten?“

✨Mehr ist am Anfang nicht nötig.

Du stoppst die automatische Kette nicht komplett – aber du lenkst sie sanft um. So entsteht Stück für Stück eine neue Gewohnheit: weniger Drama, mehr Bewusstheit, mehr innere Freundlichkeit.

Namaste

eure Nelia

 
 
 

Kommentare


bottom of page