Yoga zwischen Kommerz und echter Erfahrung
- Nelia Erler

- 16. Nov.
- 2 Min. Lesezeit

- Wie wir wieder lernen, auf uns selbst zu hören
Yoga ist heute überall. In Fitnessstudios, Werbeanzeigen, Social Media, Apps.
Was einst eine jahrtausendealte Praxis der Selbsterkenntnis war, ist zu einer weltweiten Industrie geworden. Und wie jede Industrie hat auch diese ihre Schattenseiten.
🧘♂️ Wenn Yoga zur Ware wird
Der Yoga-Markt wächst, und mit ihm die Anzahl von Lehrenden, die oft nur einen Bruchteil der ursprünglichen Philosophie oder der notwendigen anatomischen Grundlagen kennen. Ein Wochenende „Teacher Training“, ein Zertifikat – und plötzlich wird aus jemandem, der kaum Erfahrung hat, ein „Yoga-Lehrer“.
Das ist keine Kritik an Menschen, die wirklich mit Herz beginnen.
Aber es zeigt ein Problem:
Yoga wird verkauft, bevor es verstanden wird.
Oft fehlt:
• philosophische Tiefe,
• Kenntnis des ursprünglichen Kontexts,
• anatomisches Bewusstsein,
• echte Erfahrung im eigenen Körper,
• und vor allem die Fähigkeit, andere sicher zu begleiten.
🌿 Wenn du im Kurs spürst: “Das tut mir gut” – oder manchmal auch nicht
Wir gehen zum Yoga, weil wir Ruhe, Leichtigkeit oder Verbindung suchen.
Und manchmal spüren wir sofort: Das tut mir gut.
Manchmal aber auch nicht – nur merken wir es zu Beginn nicht. Es kann sich einschleichen:
• kleine Schmerzen,
• Überdehnungen,
• Druck, sich zu vergleichen,
• oder ein Gefühl von „Ich passe hier nicht rein“.
Das passiert besonders dann, wenn der Unterricht mehr Show ist als Achtsamkeit.
🧡 Der Körper lügt nicht – wir hören nur oft zu spät hin
Der Körper spricht immer mit uns.
Nur in der heutigen Yoga-Szene – schnell, schön, perfekt – überdecken wir diese Signale leicht.
Dabei ist die wichtigste yogische Fähigkeit nicht die Asana, nicht der Handstand, nicht die Flexibilität.
Die wichtigste Fähigkeit ist: Zuhören.
• Tut mir diese Bewegung gut?
• Ist das mein Tempo – oder das Tempo der Gruppe?
• Fühle ich mich sicher?
• Vertraue ich der Person, die mich anleitet?
🌸 Wie findet man den richtigen Lehrer?
Der richtige Yoga-Lehrer ist kein Guru.
Er oder sie ist jemand, der dich unterstützt, ohne dich zu formen.
Jemand, der deinen Körper respektiert – und nicht deinen Ehrgeiz ausnutzt.
Jemand, der nicht nur Asanas zeigt, sondern Haltung vermittelt:
Achtsamkeit. Präsenz. Respekt.
Achte auf:
• Ruhe statt Perfektion
• Erklärung statt Inszenierung
• Demut statt Selbstmarketing
• Anatomische Klarheit statt spirituelle Floskeln
• Wertschätzung statt Bewertung
Der richtige Lehrer fordert dich heraus, ohne dich zu überfordern.
Er sieht dich – nicht dein Potenzial für Instagram.
🌙 Zurück zu dir
In einer Welt, in der Yoga zur Industrie geworden ist, ist es ein Akt von Selbstfürsorge, auf dich selbst zu hören.
Es ist mutig, zu sagen:
„Das tut mir nicht gut.“
Und es ist genauso mutig, zu sagen:
„Hier fühle ich mich wirklich gesehen.“
Vielleicht ist das die wahre Essenz des Yoga heute:
Nicht die perfekte Pose, sondern die Fähigkeit, sich selbst treu zu bleiben.
Und manchmal beginnt der Yogaweg genau hier – in der Erkenntnis:
Ich muss etwas für mich tun.
Namaste eure Nelia







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