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Transzendenz: Von Domestizierung zu Transformation🪐


Mein persönlicher Blick darauf, warum Liebe nicht von außen entsteht – und warum ich glaube, dass diese Erkenntnis gerade jetzt für viele von uns wichtig werden könnte.

Ich war 49, als der erste Riss sichtbar wurde. Nicht dramatisch, nicht wie ein Zusammenbruch – eher wie ein leises Fragezeichen, das sich in mein Leben schob und nicht mehr verschwinden wollte.

Mit 53 wurde dieses Fragezeichen unübersehbar. Ich blickte auf ein Leben, das nach außen funktionierte, und erkannte: Ich hatte nie wirklich gelernt, mich selbst zu lieben, ohne dass jemand oder etwas mir dafür zuerst grünes Licht geben musste.

Rückblickend sehe ich heute, wie früh das begann. Wir werden nicht als fertige Menschen geboren und dann einfach in die Welt entlassen – wir werden geprägt. Von unserer Familie, von der Schule und von einer Gesellschaft, die genau weiß, welches Verhalten sie belohnt und welches nicht.

Ich nenne das für mich die „menschliche Maschine“: ein Wesen, das darauf trainiert wird zu funktionieren, zu leisten und sich anzupassen – und dabei leicht den Kontakt zu seiner eigenen inneren Quelle verliert.

Werte, die nicht für jeden leicht erreichbar sind

Was mich heute besonders beschäftigt: Die Erkenntnis, dass Liebe von innen kommt und wir bereits genug sein könnten, klingt einfach. In der Praxis ist sie es für viele Menschen jedoch nicht.

Wir sind in Systemen aufgewachsen, die kaum Raum dafür ließen, nach innen zu schauen. Ein Bildungssystem, das einen großen Teil unserer Zeit und Energie auf Leistung, Anpassung und äußeres Wissen richtet. Wer sollte uns unter diesen Bedingungen beibringen, wie man in sich selbst ruht?

Ich sage das nicht als Vorwurf. Ich sage es, weil ich glaube, dass sich gerade etwas verändert – etwas, das ich vor zehn Jahren noch nicht hätte kommen sehen.

Was, wenn Maschinen uns diesen Raum zurückgeben?

Wir stehen an einem Punkt, an dem künstliche Intelligenz immer mehr Aufgaben übernehmen kann, die bisher einen großen Teil unserer Aufmerksamkeit beansprucht haben.

Vieles von dem, was Schule und Arbeitswelt bisher von uns verlangten, könnte künftig einfacher, flexibler und menschlicher organisiert werden.

Darin sehe ich weniger eine Bedrohung als eine Chance. Wenn Maschinen einen Teil der Routinen übernehmen, die unser Leben bislang stark bestimmt haben, kann neuer Freiraum entstehen. Freiraum, um andere Werte zu entwickeln. Freiraum für Spiritualität, für unsere Wurzeln und für unser inneres Leben.

Manchmal frage ich mich: Ist diese Veränderung nicht längst überfällig?

Wenn ich sehe, wie viele Menschen erschöpft sind, nach Sinn suchen oder spüren, dass äußerer Erfolg allein nicht erfüllt, dann empfinde ich das nicht nur als individuelles Problem, sondern als Zeichen eines größeren Wandels.

Der Wendepunkt: Transformation

Für mich begann Transformation in dem Moment, als ich aufhörte, Liebe wie etwas zu behandeln, das ich mir verdienen muss.

Es war kein plötzlicher Moment der Erleuchtung, sondern ein langsames Umlernen. Mit 49 begann dieser Weg. Mit 53 wurde er deutlicher. Und bis heute ist er nicht abgeschlossen.

Das bedeutet nicht, dass Beziehungen, Anerkennung oder Erfolg wertlos wären.

Es bedeutet nur, dass sie für mich nicht länger das Fundament meines Selbstwertes sein müssen.

Wenn die innere Quelle wieder zu fließen beginnt, wird alles Äußere zu einer Bereicherung – nicht mehr zur Voraussetzung für das eigene Wohlbefinden.

Was das für mich praktisch bedeutet

  • Selbstmitgefühl statt Selbstoptimierung. Nicht jede Unvollkommenheit ist ein Problem, das gelöst werden muss.

  • Innehalten statt Leistungsdruck. Unser Wert entsteht nicht allein durch ständiges Tun.

  • Ehrlichkeit mit mir selbst. Depression verstehe ich heute eher als ein mögliches Signal denn ausschließlich als einen Defekt. Für mich lohnt es sich, hinzuhören, statt nur weiter zu funktionieren.

  • Bewusst mit gewonnener Zeit umgehen. Wenn Technologie Freiräume schafft, möchte ich sie für Spiritualität, Verbundenheit und mein inneres Leben nutzen – statt sie sofort wieder mit neuer Leistung zu füllen.

Fazit

Ich glaube, die Reise von der Domestizierung zur Transformation ist keine schnelle Lösung.

Sie ist ein bewusster, oft unbequemer Prozess des Umlernens. Bei mir begann er mit 49 und dauert bis heute an.

Und ich habe das Gefühl, dass diese Entwicklung nicht nur eine persönliche sein könnte. Vielleicht stehen wir als Gesellschaft an einem Punkt, an dem wir neu lernen dürfen, was es bedeutet, Mensch zu sein.

Vielleicht ist genau darin die eigentliche Chance dieser Zeit. 🙏🏼


Namaste Eure Nelia

 
 
 

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